
Winterstimmung im Lindental.
Das „Lindental" - oder genauer das Naturschutzgebiet „Geismefluh" im Lindental wurde lange Zeit als Bouldergebiet „geheim" gehalten, da die gesetzliche Regelung unklar war und niemand eine weitere Eskalation mit den Behörden provozieren wollte.
Es gab Zeiten, da spielten die Boulderer mit dem „Ranger" Katz und Maus und es wurden hohe Bussen verteilt. Höhepunkt war eine Gerichtsverhandlung, welche allerdings zu Gunsten des Boulderers ausging. Seither ist es um das „Lindental" etwas ruhiger geworden - eine definitive Regelung stand aber bis heute aus.
Da mittlerweile jeder ambitionierte Boulderer weiss, wo das Gebiet liegt und dort seit Jahren mehr oder weniger legal gebouldert wurde, wurde es Zeit, dass endlich eine definitive Regelung ausgehandelt wurde um das Bouldern im Naturschutzgebiet auch weiterhin zu erhalten.
Diese Regelung existiert nun!
Nun ist es wichtig die zwischen dem SAC und dem Naturschutzinspektorat des Kantons Bern ausgehandelten Verhaltensregeln zu veröffentlichen und auch einzuhalten!
- Ab sofort besteht ein definitives BETRETUNGSVERBOT jeweils vom 1. Februar bis zum 30. Juni eines jeden Jahres!
- Im restlichen Zeitraum ist das Bouldern offiziell ERLAUBT!
- Ausschliesslich auf dem markierten Parkplatz parkieren und dem Bauern keinesfalls die Feldwege blockieren.
- Keine Nachtboulderaktionen, kein Drytooling und keinen unnötigen Lärm machen!
- Auf dem Weg, welcher über die Wiese führt hintereinander laufen, damit keine „zweite Spur" entsteht.
Bitte helft mit euerem Verhalten mit, dass sich das bestehende gute Verhältnis zwischen Boulderern, Naturschützern und den Bauern nicht getrübt wird!!
Zu den Anfängen im "Lindental" hat mir Pesche Wüthrich folgendes Mail geschrieben:
..."Das Lindental haben Hanspeter Siegrist parallel mit Heinz & Res Jost sowie meine Wenigkeit zum bouldern entdeckt. Das war so um 1981. Heinz, Res und ich wollten damals Routen erschliessen, sind aber nicht abgehoben! Hanspi hat uns damals gezeigt wie man die Dächer mit Sitzstart und viel Laub als Crashpad hochkommt. Der Boulder 7 im linken Teil ist von mir. Damals konnte ich im Zweifingerloch meine Finger ganz versenken, machte einen Kreuzzug mit geeilen Hooks usw. Heute würde ich meine "Pranken" kaum mehr ins Loch bringen denke ich. Namen und Schwierigkeitsgrade hatten wir zu der Zeit keine, es war einfach genial zum trainieren. Alex Ogi hat die Fred Traverse (E la Nave va) begonnen, er war seiner Zeit weit voraus. Viele der Boulder die du aufgeführt hast sind zum Teil halb oder auch ganz geklettert worden, wobei es sehr schwierig ist wegen den diversen Varianten genau zu sagen welche. Darum zeige ich dir die Boulder gerne einmal vor Ort, nur der Geschichte wegen...
Nachdem ich zum zweiten mal CHF 400.- bezahlen musste, wurde mir das Trainingsgebiet einfach etwas zu teuer. Schade, den es war und ist es bis heute immer noch eines der besten Gebiete."....

Anfahrt ÖV:
Mit dem Bus bis Krauchtal. Von dort in 30 Minuten zur Fluh.
Hier direkt zum Online - Fahrplan der SBB.
Anfahrt Auto:
Von Bern Wankdorf Richtung Ittigen/ Bolligen,
dann Richtung Burgdorf/ Worb. In Boll links ab Richtung Burgdorf. Kurz
vor Krauchthal gibt es links unterhalb einer markanten Fluh einen
Bauernhof, hier auf einem asphaltierten Weg nach rechts abbiegen und
nach 300m am Waldrand parkieren. Hierher auch ab Burgdorf.
Lage:
Schweizer Landeskarte 1:25000: Blatt 1167 Worb
Koordinaten: 609 280 / 204 500
Zugang:
Vom Parkplatz dem Feldweg am Waldrand entlang folgen bis der Wald endet. Nun auf einem kleinen Trampelpfad schräg links die Wiese hinauf, wieder in den Wald hinein und dem Weg folgen zu Fluh. 15 Minuten ab Parkpatz
Der Weg im Wald ist recht steil und kann sehr rutschig sein. Gutes Schuhwerk ist zu empfehlen.
Klima:
Gewisse Wandbereiche bleiben immer trocken. Probleme mit rutschigen Griffen gibt es im Sommer bei hoher Luftfeuchtigkeit. Ideale Jahreszeit ist der Herbst und Winter.
Charakter der Kletterei:
Senkrechte, überhängende bis sehr überhängende Kletterei an Leisten, Löchern und Slopern. Teils sehr interessante Felsstrukturen. Sandstein.
Bodenbereich / Kinder:
Sandboden. Perfektes Absprunggelände. Die Traversen können teilweise gut auch ohne Crashpad geklettert werden.
Für Kinder wäre es perfekt, wenn der Zustieg nicht wäre...
Hilfe / Feedback / Ergänzungen:
Das Recherchieren der Namen und der Grade war sehr schwierig. Nicht selten gab es für ein und den selben Boulder verschiedene Informationen. Die Namen, welche eingesetzt wurden sind teilweise "Arbeitsnamen". Bitte gebt Korrekturen oder Ergänzungen an den Kontakt.
Danke!
