
Arcegno: Perfektes Bouldern im Kastanienwald. Foto: Robert Bösch
Arcegno bei Kletterern als Klettergebiet anzupreisen, würde heissen, "Eulen nach Athen zu tragen". Dass das Gebiet auch ein lohnendes Ziel für Boulderer darstellt, ist aber noch weitestgehend unbekannt. Selbst die "Locals" brauchten so etwas wie eine "Entwicklungshilfe" aus dem Norden: Erst Jonny Schelker und später Stefan Schibli "entdeckten" die Blöcke und Bouldermöglichkeiten im Wald von Arcegno. Diese leisteten sozusagen die Pionierarbeit, welche dann später von Pesche Wüthrich und seinen Freunden weitergeführt wurde.
Bisher wurden einerseits etliche leichte Bouldermöglichkeiten geputzt, welche sich hervorragend für Boulderanfänger, Kurse und Familien eignen; andererseits gewaltige Dachboulder, welche für die "Jungs" mit den ganz dicken Armen interessant sein werden. Das "Magic Roof" zum Beispiel lässt sich an Athletik kaum überbieten...
Das Potential ist noch längst nicht ausgeschöpft und es werden bestimmt noch einige Boulder zu den bestehenden dazukommen.
Wer "vorsichtshalber" doch ein Seil mitgebracht hat, findet im hervorragend gemachten SAC - Führer "Ticino e Moesano" von Glauco Cugini alle weiteren Infos zu den Klettergärten im Gebiet.

Pesche Wüthrich kämpft sich durch das "Höhlenportal" 7B+
Foto: Thomas Senf
Anfahrt ÖV:
Gut.
Mit der Bahn und S- Bahn über Bellinzona bis Bahnhof Locarno /
Stazione. Ab
hier mit dem Bus Nr. 314 Richtung "Ronco sopra Ascona" und bei der
Haltestelle "Arcegno - Posta" aussteigen. Von Locarno - Stazione 18 Minuten Fahrzeit. Von der Haltestelle folgt man zu Fuss dem kleinen Strässchen am "Campo Pestalozzi vorbei in ca. 20 Minuten ins Gebiet.
Eine sehr gute Verbindung gibt es von Bern über Domodossola und dem "Centovalli - Bähnli" nach Locarno.
Hier direkt zum Online - Fahrplan der SBB.
Anfahrt Auto:
Von Locarno über Losone den Schildern folgen nach Arcegno. In Arcegno gibt es eine scharfe Linkskurve. Genau in dieser Kurve geht rechts eine kleine Strasse ab (Schild: ....). Die Strasse wird kurzzeitig sehr schmal.
Dieser Strasse folgt man etwa 800m und parkiert nach den letzten Hütten des "Campo Pestalozzi" auf einem der verschiedenen Parkmöglichkeiten.
Lage:
Schweizer Landeskarte 1:25000: Blatt 1312 Locarno
Koordinaten: 700 220 /113 800 (Block 1)
Koordinaten: 700 200 /114 080 (Block 23)
Zustieg:
Siehe Übersichtsplan. Ab den verschiedenen Parkplätzen erreicht man alle Boulder in 2 - 10 Minuten.
Klima:
Die Blöcke liegen in einem lichten Kastanienwald. Sonnig im Winter und schattig im Sommer. Mit wenigen Ausnahmen
kann das ganze Jahr über gebouldert werden. Nach intensivem Regen bleiben die Boulder an den Massivwänden länger Nass.
Charakter der Kletterei:
Arcegno ist das Gebiet der extreme: Es gibt entweder leichtere Boulder in eher plattigem und gut strukturierem Gneis oder teils extrem überhängende und sehr athletische Boulder an Leisten,
Schlitzen und teils sehr scharfen Löchern. Der Fels ist sehr kristallin und nicht sehr hautschonend.
Bodenbereich / Kinder:
Meist ebener Boden und
grösstenteils ideales
Absprunggelände. Die Zustiege sind ab Parkplatz teils extrem kurz aber nicht
kinderwagengäng. Es gibt etliche Bouldermöglichkeiten für Kinder. Mehrere Picknickplätze sind links und rechts der Strasse
vorhanden.
Besonderes:
- Parkiert nur auf den vorgesehenen Parkfeldern.
- Benutzt nur die offziellen Zustiege.
- Seid freundlich mit den einheimischen Bewohnern.
- Akzeptiert kurzfristig erlassene Verbote.
- Schreit nicht unnötig herum.
- Nehmt alle Abfälle mit, auch jene, die andere liegen gelassen haben.
- Vergrabt eure Notdurft, und nehmt das benutzte Klopapier in einem Beutel wieder mit.
- Unterlasst wildes Campieren.
- Im Tessin gilt bei Trockenheit oft ein Feuerverbot, dies ist strikt einzuhalten!!!
Ausrüstung:
Alles rund ums Klettern und Bouldern, die neusten Infos und vor allem "Crashpads for Rent" gibt es bei Pesche Wüthrich im "Rock - Shop" direkt in Ponte Brolla.
Übernachtungsmöglichkeiten:
Ideal auf dem nahe gelegenen Campingplatz "Piccolo Paradiso" in Avegno oder direkt unterhalb des Gebietes im Camping "Zadone" in Losone.
In Locarno, Lossone, Ponte Brolla gibt es in B&B, Gasthäusern oder Hotels etliche Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preislagen.
Der grosse Dank geht an Pesche Wüthrich für das Bereitstellen der Bilder und den Infos zum Gebiet.

30m über dem Parkplatz beim Campo Pestalozzi.




Am Massiv beim Weg auf Höhe von Block 2.

SD am Bohrloch und dieses gerade hoch.
Sitzstart und Traverse an der Kante nach links.

Kleines Massiv mit Kletterrouten (Sektor "Tola Suite"). Die Routen befinden sich rechts und links der Boulder.

SD an der grossen "Nase". Mit weitem Zug vor zur Kante. Erst der Kante folgen, dann weiter über die Unterbrechungsstelle beim "Block" nach rechts. Der Boulder endet bei grossen Griff ein Meter rechts des grossen "Blocks".
SD etwas 2 Meter rechts von "La Grotta". Erst gerade hoch, dann nach rechts zum Ausstiegsgriff.
SD bei markanten grossen Tritt. Gerade hoch zum Ausstiegsgriff.
SD unter dem kleinen rötlichen Dach an markanten Zangengriff. Gerade hoch. Ende oben bei Seitgriff links des kleinen Daches.
SD am grossen markanten Block. Gerade hoch. Das Ende ist an der guten Leiste am 2. Bohrhaken.

SD bei "La Grotta". "Luftlinie" nach rechts. Endet an den Startgriffen von "Heel Hook". Mit ca. 20 Moves ganz schön lang!

Wie "the new deal", allerdings wird der Start von "La Grotta" und der "Heel Hook"noch dran gehängt. Mit ca. 35 Zügen schon eine ausgewachsene Traverse...
Kleines Massiv mit Kletterrouten (Sektor "Galileo") oberhalb des Sektor "Tola Suite" (Block 5). Die leichteren Boulder sind oft die Einstiegszüge der Kletterrouten.
Generell sind die Boulder sehr grossgriffig, dafür aber sehr athletisch. Wer seine im Winter antrainierte Kraft aus der Halle anwenden will, ist hier genau richtig!

Endet am 2. BH
Grossgriffiges Dach. Ende am 3. BH
So grosse Griffe gibt es sonst nur in der Halle. Ende am 2. BH

Traverse bis ganz nach links. Endet bei der Route "La Bestia" (ist angeschrieben).

SD rechts aussen bei horizontalen Schlitz. Leicht absteigend im Dach nach links bis zu grossen dreieckigen "Horn" an der Dachkante. Weiter nach links zur Route "Delilah". Hier Endet der Boulder an der Leiste oberhalb des 1. Bohrhakens.
Wer will, kann diesen Boulder als Einstieg zur Route "Delilah" machen. Dies würde die Routenbewertung von "Delilah" dann auf 8b hochsetzen.
Das "Magic Roof" bis zum dreieckigen "Horn".

Athletik pur: Pesche zeigt die Hangwaage im "Magic Roof". Foto: Robert Bösch

Wie das "Little Magic Roof" zum "Horn". Nun den guten Griffen nach rechts folgen und wieder zu den Startgriffen abklettern. Nun stellt sich nur noch die Frage: Wer schafft die meisten Runden?!?
Das kleine Dach befindet sich 20m oberhalb vom Sektor "Galileo" (Block 6).
Gegenüber von Block 7.
Die Blöcke 9 - 11 befinden sich beim Klettersektor "Fiama".






1.

SD, dann immer an der Kante entlang nach links.
SD, mit Dyno gerade hoch.


Mit Sitzstart 6B




Sitzstart auf dem Stein sitzend. Der Kante nach rechts oben folgen zum gleichen Ausstieg wie "Foot les".
Stehstart doppelhändig an Untergriff.
Hier der Orginalkommentar von Pesche: "Genialer Untergriff- Stehstart, dynamisch zu Seit-Untergriff, Füsse wechseln,
links an Leiste, Fuss links stellen, mit rechts an Fingerklemmer neben Leiste,
ohne Füsse weiterschnappen, hängend weiterschnappen, Füsse an Kante, rechte Hand
Klemmer mit links, an Supergriff mit rechts hochrücken bis du einen No Hand Rest
machen kannst, oder falls ein guter Spotter vorhanden auf Block.
Einfach
brachial & genial!" - Wenn das nicht Begeisterung pur ist...
Der Beginn ist mitten im Dach rechts von "Foot les". Start auf "Trippelpad" stehend am rechten Ende des horizontalen Risses. Den Riss / Schlitz nach links folgen und über "Foot les" aussteigen.
Der Block befindet sich direkt an der Wiese.


Alte Boulder, definiert mit Farbe und "rechts - links". Es gibt weitere Möglichkeiten zum selber definieren.
SD am Querriss und gerade hoch.
SD unterm Dach. Über dieses und leicht nach links über 3. aussteigen.
SD am "Horn". Dem Rissnach links folgen und an dessen Ende hoch zum Band.
Beim linken Bohrloch gerade hoch zum Absatz
Rechts des rechten Bohrloches gerade hoch.

Achtung hoch und etwas brüchig!

DER Klassiker im Gebiet. Die Story geht um Jonny Schelker habe dienen
Boulder 10x von rechts nach links und zurück gezogen.
Sieht aus wie eine Slopertraverse, ist bei genauerem Hinsehen aber ein Leistenboulder...
SD an der Kante. Der Blockkante nach links folgen und ganz links aussen auf den Block aussteigen.
Müsste mal wieder geputzt werden.
SD wie 1. Nun geht es die Kante nach rechts.

Sieht aus wie eine Slopertraverse, ist aber ein Boulder an feinen Leisten:
Wolfgang in "Joni Eisenfinger"

SD in der Mitte der Blockseite. Gerade hoch und mit Mantle aussteigen.
SD (ohne den vorgelagerten kleinen Block rechts) und gerade hoch.